21. Tag: Doubtful Sound

Wache früh auf und schaue ein wenig dem Erwachen der Berge zu. Nur zögerlich durchbricht die Sonne die tiefen Wolken und bescheint die Hänge im Nordwesten.



Ich frühstücke in der Küche, Müsli und Kaffee. Bearbeite dort am Strom hängend Fotos und schreibe den Tagebucheintrag von gestern. Am Camper, wo ich etwas Empfang für meinen USB-Stick habe, lade ich die Sachen hoch und kämpfe gegen Verbindungsabbrüche.

Um viertel nach zehn mache ich mich auf den Weg nach Pearl Harbour (auf dem Campingplatzklo hängt die Fotomontage eines Witzbolds, der Bombentreffer und japanische Flugzeuge in den friedlichen Flussarm kopiert hat). Dort checke ich ein, bekomme mein “riesiges” Lunchpaket und warte auf das Schiffchen.
Mit etwas Verspätung geht es auf die Reise über den Lake Manapouri. Zwischendurch gehe ich aufs Oberdeck, wo allerdings heftigs der Wind bläst.

An der Westarm-Power Station wechseln wir in den Bus. Zuerst geht es durch den Versorgungstunnel (die einzige Straße in NZ mit Rechtsverkehr) des Wasserkraftwerkes zwei Kilometer im Kreis bis wir 166m tiefer auf fast Meeresniveau bei der Maschinenhalle ankommen.

Von einer Besucherplatform aus können wir in die oberste Etage der Maschinenhalle schauen, wo 7 Generatoren von Wasserturbinen angetrieben etwa 700 MW Strom produzieren. 85% sind für eine Aluminiumfabrik, der Rest geht ins Netz. Das Wasser wird durch zwei Tunnel 10 km weit zum Doubtful-Sound geleitet. Ist schon ein gwaltiges Bauwerk und es stört erstaunlich wenig (wenn man mal von den Hochspannungsleitungen absieht).

Nun geht die Busfahrt weiter über eine Schotterstraße über den Wilmotpass.

Ich unterhalte mit angeregt mit meiner Sitznachbarin, einer Augsburgerin, die auch allein unterwegs ist und sich ein reichlich hartes Programm überlegt hat. Nach einigen Fotografier-Halten (ich erinnere mich irgendwie spontan an die Neckermannreisen in meiner Kindheit ;-) erreichen wir Deep Cove. Dort steigen wir um auf ein Schiff und die Reise durch den Doubtful Sound beginnt.

Sicher hätten wir besseres Wetter haben können. Aber hier regnet es nunmal an 200 Tagen im Jahr. Und die tiefhängenen Wolken ergeben einzigartige Blicke. Ständig verändert sich die Szenerie, verschieben sich die Berge zu einander, geben sich neue Blicke auf Seitenarme frei. Zwischendurch regnet es mal richtig. Egal. Zu sehen ist immer was.

Wir erreichen schließlich den Ausgang zum Ozean. Ich habe gerade mein Lunchbrötchen verzehrt, als es richtige Wellen gibt. Glücklicherweise ist mein Magen ja sehr seefest. Wir nähern uns Felsen, auf denen sich Dutzende von Pelzrobben ahlen. Naja in der Sonne jedenfalls nicht, also faulenzen sie, halten Mittagsschlaf. Irgendsowas ;-)

Auf der Rückfahrt noch ein Höhepunkt: Wir fahren in einen Seitenarm und der Kapitän stellt alle Maschinen aus. Uns hat er gebeten, doch wirklich alle Geräusche sein zu lassen. Tatsächlich hören wir ein, zwei Minuten nur das Rauschen eines Wasserfalls, sonst nichts. Irre.

Und nun heißt es Abschied nehmen vom Doubtful Sound. Wir haben eine Version kennengelernt. Ich bin sicher, er erscheint jedesmal anders, man könnte ihn ein halbes Dutzend mal bereisen. Nächstes Mal dann als Overnight-Cruise ;-)

Abends der gewohnte Gang zum Strand. Es ist vor allem duster:

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One Comment

  • Ralle sagt:

    Also da würde es mir auch gefallen, denke ich.
    Recht ordentliche Bilder… :-)

    (die wahre überbordende Begeisterung hebe ich mir für die Beamer-Show nach deiner Rückkehr auf…!)