6. Tag: Von Bussen, Fliegern und fehlender Elektrizität

Ich wache sehr früh auf, tue was für meine Muskeln und gehe ins Netz, um nach dem rechten zu schauen. Hui da sind schwere Schauer unterwegs. Tatsächlich fängt es bald an zu regnen und zu blitzen. Zwischendurch kurzzeitig tropischer Sturzregen, so heftig wie ich es noch nie erlebt habe. Als es deutlich nachlässt, wage ich mich raus und gehe zur Steilküste. Dort zieht gerade etwas ab. Leider zucken nur unsichtbare Blitze, aber der Anblick ist dennoch beeindruckend.

Wieder zurück im Hotel stelle ich fest, dass der Strom ausgefallen ist…

Der Stromausfall verhindert ein normales Frühstück, es gibt nur Cerealien mit Pöttchenmilch ;-) Wie gut, dass ich schon um halb sechs einen Kaffee getrunken hatte.
Ich beschließe, dem fehlenden Strom zu entfliehen und setze mich in einen kalten Bus Richtung CDU. Oh nein, ich meine damit die Charles-Darwin-Uni. Die Fahrt ist ganz interessant. Am Casuarina Interchange lese ich zwar den Fahrplan falsch, kriege aber doch gleich den richtigen Bus. Spontan denke ich, jetzt könnte ich doch zu den Krokodilen, verpasse aber die Haltestelle (Ansagen gibt es nicht). So fahre ich bis Palmeston und nehme dort die 8 zum Aviation Museum am Flughafen (der Bus ist so überkühlt, dass seine Scheiben von außen beschlagen sind). Dort steige ich tatsächlich richtig aus und begebe mich in eine große Halle mit allerlei Fluggerät – absolut dominiert von einer echten B-52. Das begeistert mich schon, ein Exemplar diesen faszinierenden Schreckensbringers so nah zu sehen. Immernoch bildet der achtstrahlige Bomber das Rückrat der amerikanischen Atombomberflotte, im Vietnamkrieg schmiss er Napalm auf Soldaten und Zivilisten.

Bei den Exponaten dreht es sich vor allem um den 2. Weltkrieg. Darwin spielte ein wichtige Rolle und war auch häufiges Ziel japanischer Bombenangriffe. Zwei Geschichten fallen mir besonders auf. Piloten überleben Flugzeugabstürze oder -schüsse, um Monate oder Jahre später im Kugelhagel des friendly fires umzukommen…

Auf der Rückfahrt sitzen wie schon vorher offensichtlich betrunkene Aborigenes im Bus. Laut Wikipedia scheint vielen ein Enzym zum Alkoholabbau zu fehlen, sodass schon recht kleine Mengen zum Dauerrausch führen. Irgendwie macht es mich trotzdem traurig diese Menschen einer so stolzen Ethnie in so einer Verfassung zu sehen.

Zuhause geht der Strom wieder ;-) Ich mache einen Gang zur Waterfront. Inzwischen brennt die Sonne heftig. Davon zurück chatte ich mit Gö und gehe zwischendurch zum Sonnenuntergang. Sehr schön!

Auf dem Rückweg mache ich in der Kneipenstraße Mitchellstreet noch ein paar Nachtfotos.

Tags: , , , ,

One Comment

  • Stefanie sagt:

    Beeindruckende und traurig machende Beobachtungen… Sehnsucht erweckende und schöne Naturbilder…dir weiterhin viel Reisefreude und schöne Grüße aus dem kalten Gö. ;-)