8. Tag: der letzte in Darwin

Zügig gepackt und ausgecheckt, um den 9 Uhr-Bus zum Krokodilpark zu kriegen. Dort erwartete mich eine spannende Führung, während der ich nicht nur ein großes Krokodil gefüttert habe sondern ein kleines in die Hand bekam.
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7.Tag: Tunnel, Laufen und Blitze

Heute mal ein wenig kürzer, weil ich unglaublich müde bin:

2 Nachträge: Das Gewitter, durch das wir beim Anflug auf Darwin geflogen sind, war ein Ausläufer des Zyklons “Olga”. Er brachte wohl auch den normalen Tagesgang der Wetters etwas durcheinander.

Der Gestrige Stromausfall betraf ein großes Gebiet. Ein Blitz hatte ihn bewirkt. Weil die Ersatzsysteme nicht funktionierte, dauerte er mehrere Stunden.

Morgens zur Waterfront, da gib es noch alte Ölspeicher-Tunnel aus dem WW II, die habe ich mir als alter Enid-Blyton-Sozialisierter gerne angesehen.

Dann ein schattiges Plätzes gesucht und nur mühsamst gefunden. Igrendwie stehen die Bäume nicht da, wo die Bänke stehen und umgekehrt. Mittags eine Maschine Wäsche gewaschen und solange gedöst.

Nachmittags Marsch zur Cullen Bay im Norden. Ist eine etwas modäne Marina mit hohen Appartmenthäusern drumrum. An der Fähre habe ich im Schatten eine Weile gelesen und immer wieder auf Gewitter gehofft (die Wolken waren vielversprechend).

Am frühen Abend an die Esplanaden-Küste, da kam gerade ein schöner Schauer angerauscht. Mit Schirm habe ich mich hinter zwei Bäume gekauert. Am Ende flog mir in der Dämmerung eine Riesenfledermaus um die Ohren. Sie war mindestens 2 Handtelleer groß!

Der Sonnenuntergang war wieder hinreißend.

Auf dem Weg zum Hotel

Später noch mal raus und tatsächlich Blitze eingefangen!

Zu guterletzt noch mal runter zu Waterfront…

Irgendwie bin ich heute mindestens 15 Kilometer rumgelaufen…

Nachtrag: Morgen abend geht es über Sydney nach Christchurch. Dadurch wird es hier eine kleines Päuschen geben. Ich bemühe mich, es kurz zu halten ;-)

6. Tag: Von Bussen, Fliegern und fehlender Elektrizität

Ich wache sehr früh auf, tue was für meine Muskeln und gehe ins Netz, um nach dem rechten zu schauen. Hui da sind schwere Schauer unterwegs. Tatsächlich fängt es bald an zu regnen und zu blitzen. Zwischendurch kurzzeitig tropischer Sturzregen, so heftig wie ich es noch nie erlebt habe. Als es deutlich nachlässt, wage ich mich raus und gehe zur Steilküste. Dort zieht gerade etwas ab. Leider zucken nur unsichtbare Blitze, aber der Anblick ist dennoch beeindruckend.

Wieder zurück im Hotel stelle ich fest, dass der Strom ausgefallen ist…

Der Stromausfall verhindert ein normales Frühstück, es gibt nur Cerealien mit Pöttchenmilch ;-) Wie gut, dass ich schon um halb sechs einen Kaffee getrunken hatte.
Ich beschließe, dem fehlenden Strom zu entfliehen und setze mich in einen kalten Bus Richtung CDU. Oh nein, ich meine damit die Charles-Darwin-Uni. Die Fahrt ist ganz interessant. Am Casuarina Interchange lese ich zwar den Fahrplan falsch, kriege aber doch gleich den richtigen Bus. Spontan denke ich, jetzt könnte ich doch zu den Krokodilen, verpasse aber die Haltestelle (Ansagen gibt es nicht). So fahre ich bis Palmeston und nehme dort die 8 zum Aviation Museum am Flughafen (der Bus ist so überkühlt, dass seine Scheiben von außen beschlagen sind). Dort steige ich tatsächlich richtig aus und begebe mich in eine große Halle mit allerlei Fluggerät – absolut dominiert von einer echten B-52. Das begeistert mich schon, ein Exemplar diesen faszinierenden Schreckensbringers so nah zu sehen. Immernoch bildet der achtstrahlige Bomber das Rückrat der amerikanischen Atombomberflotte, im Vietnamkrieg schmiss er Napalm auf Soldaten und Zivilisten.

Bei den Exponaten dreht es sich vor allem um den 2. Weltkrieg. Darwin spielte ein wichtige Rolle und war auch häufiges Ziel japanischer Bombenangriffe. Zwei Geschichten fallen mir besonders auf. Piloten überleben Flugzeugabstürze oder -schüsse, um Monate oder Jahre später im Kugelhagel des friendly fires umzukommen…

Auf der Rückfahrt sitzen wie schon vorher offensichtlich betrunkene Aborigenes im Bus. Laut Wikipedia scheint vielen ein Enzym zum Alkoholabbau zu fehlen, sodass schon recht kleine Mengen zum Dauerrausch führen. Irgendwie macht es mich trotzdem traurig diese Menschen einer so stolzen Ethnie in so einer Verfassung zu sehen.

Zuhause geht der Strom wieder ;-) Ich mache einen Gang zur Waterfront. Inzwischen brennt die Sonne heftig. Davon zurück chatte ich mit Gö und gehe zwischendurch zum Sonnenuntergang. Sehr schön!

Auf dem Rückweg mache ich in der Kneipenstraße Mitchellstreet noch ein paar Nachtfotos.

5. Tag: In Darwin unterwegs

Früh aufgewacht und erstmal mit Germany kommuniziert (dort ist es 8,5 Stunden früher).
Nach dem Frühstück mache ich mich zu einem Fußmarsch auf, der eine 12 km-Runde wird. Ich laufe an der Frances Bay entlang. Ein wenig Hafenfeeling mit Fischtrawlern, aber auch eine nervige Straße, auf der ich den ersten richtigen Road-Train sehe – was für ein Ungeheuer. Vor mir plötzlich ein kleines Grüppchen weißer Papageien. Herrlich.

Schließlich biege ich ab Richtung Fannie Bay. Ich frage ein Mädchen nach dem Weg. Sie warnt mich, es wäre schon etwas weit. Naja, nach nicht mal 15 Minuten stehe ich am Strand ;-)

Der heftige Wind treibt ein bisschen Regen heran, die Wellen brechen sich. An Baden wäre hier aber nicht zu denken. Die winzigen “Stingers” des Box Jellyfishes, einer sehr gefährlichen Quallenart, will ich nicht ausprobieren. Ich habe auch keinen Essig mit (die einzige Chance zur 1. Hilfe).
So wandere ich den Strand entlang, erfreue mich an der Seeluft, dem Wind, den Spuren vieler Sandbewohner.

Der Weg zurück führt mich durch vermutlich typische australische Wohngegenden. Ziemlich platt komme ich im Hotel an, esse etwas und mache ein Schläfchen.

Der Nachmittagsgang führt mich an den Lameroo Beach unweit des Hotels. Die Flut läuft ordentlich auf, der Park ist voller als gestern. Es ist zwar ausdrücklich verboten, aber Alkohol wird trotzdem konsumiert. Vielleicht liegt es am beginnenden Wochenende, denn auch einige Bars in der Stadt sind rappelvoll und es ist schon ziemlich laut, obwohl erst 18 Uhr.

Was mir gestern schon aufgefallen ist: Es gibt ziemliche viele Verbotsschilder. Um nicht zu sagen, deutlich mehr als in Deutschland. Sei es der Alk im Park oder das Diving ins Wasser. Und besonders faszinierend: Es gibt Wege, auf denen sowohl Radfahrer als auch Jogger nicht mehr als 20 km/h schnell sein dürfen. Ob die da auch Radar einsetzen?

4. Tag: Endlich Darwin!

Der nächste Tag bricht an. Der Blick nach draußen lohnt auch in der Fastdunkelheit. Erst ist es ein sehr geheimnisvolles Licht, das den Ozean und die Wolken erhellt, später sind es ferne Blitze.

Als wir uns Darwin nähern, geraten wir in ein Gewitter. Heftiges Auf und Ab. ich weiß nicht, ob ich das schon so erlebt habe. Dann zuckt es draußen sehr hell. Der Blitz bleibt folgenlos.
Die Turbulenzen schwächen sich rasch ab und der Captain sagt, die Maschine sei für hohe Belastungen “designed”, wir müssten uns keine Sorgen machen. Tatsächlich bleibt nur heftiger Regen. Die Landung verläuft gut, dann mal etwas ganz neues: Wir stehen am Gate und dürfen nicht raus. Diesmal ist wohl die Fahrgastbrücke durch das Gewitter unpässlich geworden..
Das Aussteigen dauert, es kommt die Schlange der Einreise-Kontrolle. Ich frage, ob ich Kaugummi deklarieren muss. Nein, das ausnahmsweise nicht, sonst eigentlich alles, außer benutzter Unterwäsche ;-) Glücklicherweise bringt die Durchleuchtung keine nicht-deklarierten Bananen oder italienische Kiwi zum Vorschein – ich darf nach Australien einreisen.
Dann noch Warten auf den Shuttle-Bus, rasante Fahrt durch den Regen. Der Nachtportier vom Palms City Resort ist sehr freundlich und macht mir einen guten Preis für die zusätzlichen Tage. Inzwischen ist es fast 6 Uhr. Ich belege mein Zimmer – einfach aber nett mit einem Krug kalten Wassers im Kühlschrank. Ich überlege einen Moment, ob ich mich doch noch hinlege, gehe aber dann zum Frühstück.

Nun sitze ich und schreibe, während draußen der Wolkenbruch langsam nachlässt. Und es fallen mir die Augen zu…

Ein erster Gang durch die Stadt gegen Mittag erweckt keine Begeisterung, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Ich finde nach einiger Suche einen Supermarkt. Im Hotel bin ich so müde, dass ich aufs Bett falle und bleiern schlafe. Später gehe ich Richtung Waterfront, wo ein neues Areal entstanden ist.

Unterwegs schaue ich mir fasziniert die tropische Vegetation an: große duftende Blüten an Bäumen, Mangroven, verschiedenste Palmen, Mimosenbäume usw. Aber richtig begeistern tun mich die exotischen Vogelstimmen. So muss es im Regenwald klingen!

Die Architektur begeistert mich weniger. Leider haben die Japaner 1942 und der Zyklon von Weihnachten 1974 alles Ältere weggehauen. Aber überall sind Hinweise auf die Geschichte, gut markiert und erklärt.

Abends noch ein weiterer Gang zur südlichen Waterfront. Leider kommen die Schauer-(gewitter?)wolken von Süden nicht voran. Aber die Abend-/Nachtstimmung ist dennoch nett. Ich genieße den warmen Wind. Abends um zehn wärmt er und lässt nicht frösteln wie zu Hause.
Ach ja: Auch hier gibt es unbeleuchtete Radfahrer. Sie heizen durch den Abend, so wie nachmittags viele Jogger unterwegs waren – ganz schön gut bei dem Klima ;-)

Wieder im Hotel bin ich fertig nach diesem langen Tag…