47. Tag: Höhlenabenteuer!

Wenn nicht noch etwas Unerwartetes kommt, dann war das heute meine letzte geführte Tour und vielleicht die spektakulärste. Auf jeden Fall gingen Träume/Wünsche in Erfüllung…

Es geht los um 10 Uhr, 8 Kilometer vor Waitomo bei den “Rap, Raft ‘n’ Rocks” zum Blackwater Rafting. Übersetzt: Erleben einer Höhle mit unterschiedlichen Methoden – aber vor allem hautnah!

Heute hatte meine Kamera Pause, sie darf nicht mit, weil es für sie und mit ihr nicht wirklich angenehm wäre. Und ich genieße es sehr, mal nicht daran denken zu müssen, sondern beide Hände frei zu haben.

6 Leute treten an. Zwei Pärchen aus Frankreich und Holland, eine Amerikanerin und ich. dazu unser klasse Guide, Brendon. Von ihm sind die Fotos.
Eine schnelle Busfahrt zur Basis, dort das Anlegen der Ausrüstung: Neopren-Latzhose, zerschlissenes Stoffhöschen drüber (um die Neoprenhose vor den Felsen zu schützen), Neoprenjacke, Klettergurt, Helm mit Lampe und Gummistiefel, die merkwürdigerweise unten Löcher haben.
Es folgt eine rasant holprige Fahrt. Am Ziel üben wir “Abseiling” (ein deutsches Wort, das Eingang ins Englische geefunden hat!). Macht einen ganz einfachen Eindruck…

Nur wenn man sich beim Üben zu sehr ins Seil legt, passierts ;-)

Nun ein paar Meter zur Höhle, besser gesagt zu einem länglichen Loch im Boden. Dort müssen wir uns erstmal alle in die Sicherungsleine einhaken. Nun geht es hinunter, einzeln natürlich: Abseiling. Wir Newbis sind natürlich außer mit dem Abseilseil noch mit einem zusätzlichen Seil gesichert, das Brendon bedient, deshalb ist Angst kein Thema.
Also nacheinander Seile einhaken, Sicherungen aushaken, kurz fürs Foto schweben und dann 27 Meter hinunter. Es ist einfach geil.

Das Tempo bestimmt man selbst, mal schneller, mal langsamer geht es in den Schlund. Unten wird ausgehakt und auf den Guide gewartet. Beim Gang durch das etwa 13 Grad “warme” Wasser unten in der Höhle sehe ich den ersten Aal – und weiß, warum die Stiefel Löcher haben, sie laufen eh gleich voll Wasser ;-)

Brendon zeigt uns erstmal ausgiebig die Aale, die sich von uns streicheln lassen! Weich fühlen sie sich an :-)

Nun beginnt die Wanderung in der Höhle. Wir nehmen LKW-Schläuche mit und waten durch das Wasser. Unsere Lampen machen wir aus, weil die decke voll mit Glowworms ist. Sie haben nichts mit unsere Glühwürmchen gemein, außer, dass sie eben leuchten. Es ist ein Sternhimmel an der Höhlendecke. Plötzlich knallt es sehr laut und das Leuchten wird stärker. Brendon hat den Knall abgefeuert. Durch die Schallwellen werden die Glowworms angeregt noch mehr zu leuchten.

Weiter gehts in den Schläuchen sitzend, als Polonaise, Brendon zieht uns.

Zwischendurch wieder klettern, nun durch enge Passagen, bei denen ich schon mal denke, hättest du gestern doch ein Stück Schokolade weniger gegessen ;-) Jedenfalls wissen wir jetzt, wie sich das anfühlt, was die Speleologen machen ;-)

Irgendwann kommt ein kleiner künstlicher Deich, den Brendon öffnete, damit sich ein kleiner Wasserfall ergibt, den wir hinunterraften. Die einen schaffen es, die anderen fliegen vom Reifen, ich beim zweiten Mal auch.

Dann geht es auch mal auf dem Bauch weiter:

Später macht Brendon von uns Gruppenfotos mit Glowworms: Während einer Langzeitbelichtung leuchtet er uns ins Gesicht.

Beim zweiten Mal nehmen wir dazu verschiedene Positionen ein. Wir waren wirklich nur 6!

Schließlich kommen wir leider wieder am Ausgangspunkt an. Doch es folgt noch eine feine Sache: Hochklettern. Natürlich auch gesichert, trotzdem ist es was besonderes 20 Meter fast senkrecht an den zerklüfteten Kalkfelsen hochzuklettern :-)
Der da schon am Seil rumnestelt, bin ich…

Ich bin angefixt, ob nun vom Abseiling, vom Höhlenerforschen oder vom Klettern. Irgendwas davon muss ich weiter machen.

In der Basis wird geduscht, am Office schauen wir uns später die Bilder an und können sie für umgerechnet 10 € auf CD mitnehmen.

Wen es jemals nach Waitomo verschlägt: www.caveraft.com – unbeddingt empfehlenswert!!!

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4 Comments

  • Ralf sagt:

    Vielleicht kannst du deine neuen Kenntnisse und Fähigkeiten ja irgendwann mal in den Berliner Unterwelten anwenden – oder weiter entwickeln.
    Klingt spannend. Und ich bin froh, daß ich sowas nicht machen muß ;-)

  • Stefanie sagt:

    Du siehst glücklich und schwer begeistert aus ! ;-)

  • admin sagt:

    Das war ich auch (nein ich bin es immer noch!)

  • admin sagt:

    @ Ralf: Achja, die Berliner Unterwelten… wenn die nicht so weit weg wären.
    Ja, die Höhe war schon ziemlich hoch (oder die Tiefe ;-)